Seit dem 24. August 2026 werden in Deutschland Anzeigen in ChatGPT ausgespielt, und zwar in den kostenfreien Tarifen Free und Go. Die Anzeige erscheint unter der fertigen Antwort, klar gekennzeichnet, und OpenAI weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Werbeanzeige die Antwort nicht beeinflusst. Das Mindestbudget liegt bei 15 Euro pro Kampagne und Tag, der voreingestellte Klickpreis bei 2,60 Euro. Für Versicherungsmakler ist die entscheidende Einschränkung aber eine andere: Finanzthemen sind in den Werberichtlinien eingeschränkt, Gesundheit und Politik ausgeschlossen. Wer als Makler über ChatGPT Ads nachdenkt, klärt deshalb zuerst die Zulassung und erst danach die Frage, was er dort überhaupt kauft.
Das Wichtigste auf einen Blick
• Live seit dem 24. August 2026, ausgespielt ausschließlich in den kostenfreien Tarifen Free und Go. Wer ein kostenpflichtiges Abo hat, sieht keine Werbung.
• Finanzthemen sind eingeschränkt, Gesundheit und Politik ausgeschlossen. Für Maklerbüros steht damit die Zulassungsfrage vor der Strategiefrage, besonders bei PKV und BU.
• Steuern kannst Du nur zweierlei: den Standort und ein Textfeld namens Kontexthinweise. Benutzerdefinierte Zielgruppen sind im EWR gesperrt, einen Suchbegriffbericht gibt es nicht.
• Der Titel zeigt 50 Zeichen an, nutzbar sind 24. Die Oberfläche warnt vor dem Abschneiden. Bei der Beschreibung sind es 48 statt 100, für deutsche Fachbegriffe ist das eng.
• 15 Euro Mindestbudget pro Kampagne und Tag, an einzelnen Tagen bis 30 Euro, pro Woche bis 105 Euro. Das voreingestellte Klickgebot liegt bei 2,60 Euro und lässt sich meist senken.
• Die Anzeige steht unter der Antwort, nicht darin. In der Antwort selbst genannt zu werden ist etwas anderes, und das lässt sich nicht kaufen.
• Bevor Du Budget einsetzt: Schau in Deinem Analytics nach, ob heute schon Zugriffe aus ChatGPT kommen und wie sie konvertieren. Das kostet nichts und beantwortet die Frage oft bereits.
Dieser Artikel betrachtet ChatGPT Ads aus Sicht eines Versicherungsmaklers. Für Handwerksbetriebe, Hotels und andere nicht regulierte Branchen fällt die Bewertung deutlich anders aus. Mehr dazu am Ende des Artikels.
Ich habe mir ein Werbekonto angelegt und den Buchungsprozess vollständig durchgeklickt, bis zur Prüfseite vor dem Start. Alle Screenshots in diesem Artikel stammen aus der deutschen Oberfläche. Das ist wichtig, weil sich zum einen die Möglichkeiten im Europäischen Wirtschaftsraum an einer entscheidenden Stelle von denen in den USA unterscheiden und zum anderen, weil sich die englischsprachigen Ratgeber zu diesem Thema dazu nichts sagen können.
Die erste Frage: Darfst Du als Makler dort überhaupt werben?
OpenAI hat seine Werberichtlinien unter https://openai.com/de-DE/policies/ad-policies/ veröffentlicht. Sensible Themenfelder sind darin gesondert behandelt: Gesundheit und Politik sind ausgeschlossen, Finanzthemen eingeschränkt. Eingeschränkt heißt nicht generell unmöglich, aber an eine Begründung gebunden und werden im Einzelfall entschieden.
Damit steht für ein Maklerbüro die Zulassungsfrage vor der Strategiefrage. Das ist ungewohnt. Bei Google Ads und Meta ist die Versicherungsbranche eine etablierte Werbekategorie mit eingespielten Regeln. Hier ist sie ein Sonderfall, dessen Auslegungspraxis sich erst herausbilden muss. Wie streng OpenAI in Deutschland tatsächlich prüft, weiß derzeit niemand, weil es kaum Fälle gibt.
Für die Planung heißt das: Rechne damit, dass eine Kampagne abgelehnt wird, nachdem Du Anzeigentexte, Bildmaterial und Tracking aufgesetzt hast.
Was bedeutet das für PKV- und BU-Schwerpunkte?
Eine private Krankenversicherung berührt zwei kritische Kategorien gleichzeitig: Sie ist ein Finanzprodukt, und sie ist ein Gesundheitsthema. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung liegt es ähnlich, weil Gesundheitsfragen den Kern der Beratung ausmachen.
Wer seinen Schwerpunkt in der gewerblichen Sachversicherung hat, steht deutlich besser da. Eine Betriebshaftpflicht oder eine Inhaltsversicherung ist ein Finanzthema, aber kein Gesundheitsthema. Das ist innerhalb unserer Branche der wesentliche Unterschied, und er entscheidet mit darüber, ob sich ein Test überhaupt lohnt.
Wie die Anzeige aussieht und wo sie steht
Das Format ist bewusst schmal gehalten. Es besteht aus sechs Bestandteilen: dem Namen des Werbetreibenden, einem kleinen Logo, einem Titel, einer Textzeile, einem Bild und der Ziel-URL. Keine zweite Überschrift, keine Sitelinks, keine Erweiterungen, kein Video.
Die Anzeige erscheint erst, nachdem ChatGPT seine Antwort abgeschlossen hat, deutlich darunter und mit einem Label versehen. Darunter steht ein Hinweis, dass Anzeigen die Antworten nicht beeinflussen. Nach Angaben von OpenAI laufen Anzeigenauslieferung und Antwortgenerierung über zwei getrennte Systeme.
Warum siehst Du selbst wahrscheinlich keine Werbung in ChatGPT?
Weil Du zahlst. Anzeigen laufen ausschließlich in den kostenfreien Tarifen Free und Go. Wer ein kostenpflichtiges Abo hat, bekommt sie nicht zu sehen. Das ist Teil des Geschäftsmodells.
Für die Frage, ob sich der Kanal lohnt, ist das der zweitwichtigste Punkt nach der Zulassung. Ein Geschäftsführer, der ChatGPT beruflich nutzt, nutzt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein bezahltes Konto und sieht Deine Anzeige nie. Wer Gewerbekunden über diesen Weg erreichen will, wirbt also an einem Teil seiner Zielgruppe vorbei. Im Privatkundengeschäft sieht die Rechnung anders aus, weil dort die kostenfreie Nutzung wahrscheinlicher ist.
Wie sehr das die Sache dreht, zeigt ein Blick auf drei Maklerbüros, mit denen ich arbeite. Das erste hat einen gewerblichen Schwerpunkt und spricht Geschäftsführer mittelständischer Betriebe an: Menschen, die beruflich mit KI arbeiten und entsprechend häufig ein bezahltes Konto haben. Das zweite bedient bundesweit eine Nische freiberuflicher Übersetzer; für diese Zielgruppe sind Sprachmodelle tägliches Werkzeug, ein kostenfreier Tarif ist dort eher die Ausnahme. Das dritte betreut Grenzgänger am Hochrhein und hat damit die mit Abstand beste Chance, seine Zielgruppe in Free oder Go anzutreffen.
Daraus lässt sich eine Faustregel ableiten, die für die ganze Branche gilt: Je professioneller Deine Zielgruppe mit KI arbeitet, desto schlechter erreichst Du sie über KI-Werbung.
Der Titel hat 50 Zeichen. Nutzbar sind 24.

Die Anzeigenebene: Der Titel hat 42 von 50 Zeichen und wird trotzdem bereits als möglicherweise zu lang markiert. Screenshot aus dem deutschen Ads Manager, September 2026.
Der Titel ist auf 50 Zeichen begrenzt, die Beschreibung auf 100. Das Bild ist Pflicht, muss als PNG oder JPG hochgeladen werden, quadratisch sein und mindestens 256 mal 256 Pixel groß. Ohne Bild lässt sich die Anzeige nicht anlegen.
Der interessantere Teil steht unter den Feldern. Ich habe als Titel „Betriebshaftpflicht gekündigt? Wir prüfen.“ eingegeben. Das sind 42 Zeichen, also acht unter dem Limit, und die Oberfläche warnt trotzdem, der Anzeigentext werde in einigen Platzierungen möglicherweise abgeschnitten. Bei der Beschreibung erscheint dieselbe Meldung bereits bei 76 von 100 Zeichen.
Also habe ich schrittweise gekürzt, bis die Warnung verschwand. Das Ergebnis: Der Titel bleibt bis 24 Zeichen unbeanstandet, die Beschreibung bis 48. Beides ist ziemlich genau die Hälfte dessen, was der Zähler anzeigt.

Bei 24 beziehungsweise 48 Zeichen verschwindet die Warnung. Die Zähler geben das technische Maximum an, nicht die nutzbare Länge.
Diese Zahl verändert die Aufgabe grundlegend, und zwar besonders in der deutschen Sprache. 24 Zeichen sind kürzer als die meisten Begriffe, mit denen unsere Branche arbeitet:
| Begriff | Zeichen | Passt allein in den Titel? |
|---|---|---|
| Bestattungsvorsorge | 19 | ja, fünf Zeichen bleiben übrig |
| Freier Versicherungsmakler | 26 | nein |
| Private Krankenversicherung | 27 | nein |
| Berufsunfähigkeitsversicherung | 30 | nein |
| Betriebshaftpflichtversicherung | 31 | nein |
| Ungebundener Versicherungsmakler | 32 | nein |
Fünf von sechs gebräuchlichen Begriffen passen nicht einmal für sich genommen in einen Titel, der nicht abgeschnitten wird. Ein Argument oder ein Nutzenversprechen dahinter ist gar nicht erst möglich. Zum Vergleich: Ein englischsprachiger Beispieltitel wie „Fixed-Fee Trademark Filing, Attorney-Reviewed“ transportiert in 44 Zeichen Leistung, Preismodell und Qualitätsnachweis zugleich. Das deutsche Kompositum ist hier ein struktureller Nachteil.
Die Konsequenz: Der vollständige Produktname muss in den meisten Fällen weichen. Was in den Titel gehört, ist die Situation, in der Dein Kunde gerade steckt. Diese vier Beispiele bleiben unter der Grenze:
- Betriebshaftpflicht weg? (24 Zeichen)
- Haftpflicht fürs Gewerbe (24 Zeichen)
- Gewerbe richtig sichern (23 Zeichen)
- PKV für Selbstständige (21 Zeichen)
Für die Beschreibung gilt dasselbe in abgeschwächter Form: 48 Zeichen reichen für einen Satz, aber nicht für mehr. „Freier Versicherungsmakler im Rhein-Ruhr-Gebiet.“ hat exakt 48 Zeichen — die korrekte Selbstbezeichnung samt Region füllt die Beschreibung damit bereits vollständig aus. Für den Grund, warum jemand klicken sollte, ist kein Platz mehr. Wer beides unterbringen will, muss die Selbstbezeichnung weglassen.
Warum kurze Anzeigentexte für Makler zusätzlich rechtlich heikel sind
Der Platzmangel drängt zur Verkürzung, und Verkürzung ist in unserer Branche die häufigste Ursache für Abmahnungen. Das womöglich prominenteste Beispiel: Die Bezeichnung „unabhängiger Versicherungsmakler“ wird abgemahnt. Zulässig sind „freier Versicherungsmakler“ und „ungebundener Versicherungsmakler“.
Der Fall ist lehrreich, weil die abmahngefährdete Variante nicht einmal kürzer ist. „Unabhängiger Versicherungsmakler“ und „ungebundener Versicherungsmakler“ haben beide 32 Zeichen; „freier Versicherungsmakler“ kommt mit 26 aus. Die rechtssichere Formulierung ist hier zugleich die sparsamste. Man muss es nur wissen.
Selbst die kürzeste zulässige Form passt allerdings in keinen Titel, der ungekürzt ausgespielt wird. Die Selbstbezeichnung gehört damit in die Beschreibung und belegt dort, wie oben gezeigt, beinahe den gesamten verfügbaren Platz. Wer sie führen will, gibt dafür das Argument auf. Das ist eine Abwägung, die man bewusst treffen sollte, statt sie dem Zeichenzähler zu überlassen.
Weitere Formulierungen, bei denen ich in Anzeigentexten grundsätzlich vorsichtig wäre: „kostenlose Beratung“, wenn die Vergütung über Provision läuft. Vergleichsaussagen wie „günstigster Tarif“ oder „bester Schutz“. Auszeichnungen und Siegel ohne Fundstelle. Anleihen an Testurteile, für die es keine Grundlage gibt.
Was diese Anzeigenform besonders macht: Auf einer Landingpage lässt sich eine zugespitzte Aussage im nächsten Absatz einordnen. In 50 Zeichen gibt es keinen nächsten Absatz und eine zweite Überschrift, in die eine Einschränkung ausweichen könnte, existiert in diesem Format nicht. Was im Titel steht, steht allein da. Ich würde deshalb jeden Anzeigentext vor dem Start genauso prüfen lassen wie einen Werbeflyer, weil das Format keine Relativierung zulässt.
Was Du steuern kannst: einen Standort und ein Textfeld

Die Kampagnenebene. Der Hinweis zu benutzerdefinierten Zielgruppen im EWR erscheint an zwei Stellen im Buchungsprozess.
Wer Google Ads gewohnt ist, sucht hier zuerst nach Keywords. Es gibt keine. Die Steuerung läuft über den Standort und über ein Textfeld namens „Kontexthinweise“ – das war’s.
Der Standort lässt sich ein- und ausschließen, bis hinunter auf Stadt- und Postleitzahlenebene. Für ein Maklerbüro mit regionalem Einzugsgebiet ist das brauchbar.
Die zweite Einschränkung wiegt schwerer und wird in deutschsprachigen Fachartikeln bisher kaum erwähnt: Benutzerdefinierte Zielgruppen werden für Kampagnen mit Zielregionen im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz nicht unterstützt, weil dort keine personalisierten Anzeigen verfügbar sind. Die Funktion ist in der Oberfläche sichtbar vorhanden. Unter „Erweitert“ auf Anzeigengruppenebene stehen Gebotsanpassungen für Zielgruppen bereit, aber der Button zum Anlegen einer Zielgruppe ist ausgegraut.
Dazu kommt eine dritte Lücke: Es gibt keinen Suchbegriffbericht. Du erfährst nicht, in welchem Gesprächskontext Deine Anzeige ausgespielt wurde. OpenAI begründet das mit dem Schutz der Privatsphäre und weist darauf hin, an aussagekräftigeren Berichten zu arbeiten.
Zusammengenommen heißt das: In Deutschland ist ChatGPT Ads ein Kontextkanal, kein Zielgruppenkanal. Du kaufst die Nähe zu einem Gesprächsthema, nicht die Nähe zu einer Person. Und weil es sonst nichts zu steuern gibt, entscheidet dieses eine Textfeld über alles.
Kontexthinweise sind keine Keywords: wie man sie richtig formuliert
Das Feld steht in der deutschen Oberfläche ohne jede Erklärung da. Als Platzhalter ist dort lediglich „Einige Kontexthinweise eingeben“ hinterlegt. Wer aus der Google-Welt kommt, wirft an dieser Stelle reflexhaft eine Keyword-Liste hinein. Das ist der häufigste Fehler, den man hier machen kann.
Gemeint ist etwas anderes: eine Beschreibung in ganzen Sätzen, ähnlich einem Prompt. Was tut Dein Unternehmen, für wen, und in welcher Art von Gespräch soll Deine Anzeige sinnvoll auftauchen. Zusätzlich zieht das System Deine Landingpage und Deinen Anzeigentext heran. Die Hinweise lenken die Zuordnung, sie erzwingen sie aber nicht.
Ein Beispiel aus der Praxis, anonymisiert: Ein Maklerbüro mit gewerblichem Schwerpunkt, Zielgruppe mittelständische Handwerks- und Produktionsbetriebe im Rhein-Ruhr-Gebiet. So würde die Keyword-Gewohnheit es formulieren:
Betriebshaftpflichtversicherung, Gewerbeversicherung Dortmund, bAV für Arbeitgeber, Cyberversicherung, Kfz-Flottenversicherung, Versicherungsmakler Ruhrgebiet
Das beschreibt Produkte, aber keine Gespräche. In einer Unterhaltung sagt niemand „Bürgschaftsversicherung“. Und es fehlt jede Abgrenzung, also könnte die Anzeige auch neben Gesprächen über die private Kfz-Versicherung landen. So sieht dieselbe Anzeigengruppe als Kontexthinweis aus:
Wir sind ein Versicherungsmaklerbüro im Rhein-Ruhr-Gebiet und beraten mittelständische Betriebe mit 10 bis 100 Mitarbeitenden zur gewerblichen Absicherung, vor allem Metallbau, Holzbau, Kunststoffverarbeitung, Chemie und Handel. Unsere Kunden kommen zu uns, wenn ihr Versicherer nach einem größeren Schaden die Betriebshaftpflicht gekündigt hat und sie ohne Deckung nicht weiterarbeiten können, wenn über Jahre gewachsene Verträge unübersichtlich geworden sind, wenn ein Auftraggeber einen Nachweis verlangt, den sie nicht haben, oder wenn nach einer Betriebsübernahme die persönliche Haftung des Geschäftsführers im Raum steht. Zeige unsere Anzeige in Gesprächen, in denen ein Inhaber oder Geschäftsführer die Absicherung seines Betriebs prüft, sortiert oder nach einem Vorfall neu aufstellen will. Nicht relevant sind private Versicherungsfragen, Kleinstbetriebe und reine Tarifvergleiche.
Drei Dinge machen hier den Unterschied. Der Hinweis beschreibt Auslöser statt Produkte. Er benennt die Rolle des Gesprächspartners. Und er grenzt am Ende ab. Dieser letzte Teil ist der einzige Ersatz für die auszuschließenden Keywords, die es hier nicht gibt.
Wie wichtig die Abgrenzung ist, zeigt ein zweiter Fall. Ein Maklerbüro, das Handwerksbetriebe absichert, wird in seinem Kontexthinweis Gewerke nennen: Schreiner, Maler, Dachdecker, Sanitär- und Heizungsbau. In ChatGPT tauchen genau diese Wörter aber ganz überwiegend in Gesprächen auf, in denen jemand einen Handwerker sucht – nicht in Gesprächen über Betriebsabsicherung. Ohne einen Satz wie „nicht relevant ist die Suche nach einem Handwerksbetrieb“ zahlt dieses Büro systematisch für den falschen Kontext, ohne es je zu erfahren, weil es den Suchbegriffbericht nicht gibt.
Ein Hinweis zur Struktur: Leg lieber zwei bis drei Anzeigengruppen mit je einem klar umrissenen Anlass an, als alles in ein Feld zu schreiben. Das Budget liegt auf Kampagnenebene, mehrere Anzeigengruppen kosten also nicht mehr.
Warum Dein Datenschutzbeauftragter das gerne hören wird
Was aus Werbesicht eine Einschränkung ist, ist aus Datenschutzsicht ein Vorteil. Eine Kampagne, die im EWR ohne personalisierte Ausspielung läuft, ist erheblich leichter zu vertreten als eine Zielgruppenkampagne bei Meta. Du steuerst über Thema und Region, nicht über Personenprofile.
Für Maklerbüros, die ihre Werbewege ohnehin dokumentieren, ist das ein Argument, das man mitnehmen sollte. Sobald Du allerdings Conversion-Tracking einsetzt, gilt das Übliche: Der Dienst gehört in die Datenschutzerklärung und in den Cookie-Banner, bevor die erste Anzeige läuft. Bitte kläre das für Deinen individuellen Fall mit Deinem Datenschutzbeauftragten ab.
Was Du dafür bezahlst

Die Anzeigengruppe mit manueller Gebotseinstellung. Die 2,60 Euro sind ein Vorschlag des Systems, kein Marktpreis.
Das Mindestbudget beträgt 15 Euro pro Kampagne und Tag. Darunter steht ein Satz, den man zweimal lesen sollte: Bei 15 Euro Tagesbudget betragen die maximalen täglichen Ausgaben 30 Euro und die maximalen Ausgaben über sieben Tage 105 Euro. Das Tagesbudget ist ein Durchschnitt, keine Deckelung. An einem einzelnen Tag kann das Doppelte abgebucht werden, über die Woche höchstens das Siebenfache.
Abgerechnet wird pro Klick, unabhängig davon, ob als Ziel Klicks, Reichweite oder Conversions eingestellt ist. Bei der manuellen Gebotseinstellung schlägt das System einen Klickpreis vor und bewertet ihn sofort. In meinem Konto standen dort 2,60 Euro, versehen mit drei grünen Balken und der Einstufung als starkes Angebot.
Diese Bewertung ist grob. In der Podcastfolge, die ich unten nenne, berichtet eine SEA-Beraterin, dass ein Gebot von 2,00 Euro dieselbe Einstufung erhielt. Wer den Vorschlag ungeprüft übernimmt, zahlt unter Umständen ein Viertel mehr, ohne dafür auch mehr zu bekommen. Es lohnt sich, den Wert nach unten zu testen und die Bewertung zu beobachten, wobei man im Kopf behalten sollte, was die Balken messen: die Wettbewerbsfähigkeit des Gebots, nicht seine Wirtschaftlichkeit.
Was kostet das ein Maklerbüro?
Rechnen wir mit einer Kampagne und 15 Euro Tagesbudget. Das ergibt rund 450 Euro im Monat, in der Spitze mehr. Bei einem Klickpreis von 2,60 Euro sind das etwa 170 Klicks.
Wie viele davon werden zu einem Beratungstermin? Wer aus Google Ads oder Meta eine belastbare Conversionrate seiner Landingpage kennt, kann das überschlagen. Wer sie nicht kennt, sollte das zuerst klären, bevor er hier Geld einsetzt. Die Frage lautet am Ende nicht, ob 450 Euro viel Geld sind, sondern was ein qualifizierter Erstkontakt in Deinem Bestand wert ist und wie viele davon aus 170 Klicks realistisch entstehen.
Der Punkt, der über allem steht: Eine Werbeanzeige ist keine Empfehlung
OpenAI schreibt unter jede Anzeige, dass sie die Antwort nicht beeinflusst. Das ist als Vertrauenszusage an die Nutzer gemeint. Für Werbetreibende ist es die wichtigste Information des ganzen Produkts.
Wenn jemand ChatGPT fragt, worauf er bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung achten muss oder ob er über einen Makler oder direkt abschließen soll, bekommt er eine Antwort, die aus Quellen zusammengesetzt ist. Wer in dieser Antwort genannt wird, wurde empfohlen. Wer darunter wirbt, wurde nicht empfohlen, sondern hat einen Platz gekauft.
In vielen Branchen ist dieser Unterschied graduell. In unserer ist er der Kern. Ein Kunde, der einen Makler sucht, sucht keinen Anbieter, sondern jemanden, dem er glaubt. Eine gekaufte Platzierung neben einem Ratschlag leistet dafür weniger als eine Erwähnung im Ratschlag selbst. Und die Erwähnung lässt sich nicht kaufen. Sie entsteht daraus, dass ein KI-System Deine Inhalte, Deine Autorenprofile und Deine Erwähnungen im übrigen Web als glaubwürdige Quelle behandelt.
Ich würde die beiden Budgets deshalb nicht gegeneinander ausspielen, sondern in eine Reihenfolge bringen: Sichtbarkeit in der Antwort zuerst, Anzeigen daneben später.
Der Test, der nichts kostet: schau zuerst in Dein Analytics
Bevor Du über Budget nachdenkst, gibt es eine Auswertung, die Du heute machen kannst und die keinen Euro kostet.
Filtere in Deinem Analytics-Konto (z. B. Matomo) die Zugriffe heraus, die aus ChatGPT auf Deine Website kommen, also organische Aufrufe, ohne dass Du dafür bezahlt hättest. Schau Dir an, wie viele es sind und wie sie sich verhalten: Verweildauer, aufgerufene Seiten und Kontaktanfragen.
Das Muster, das in vielen Konten auffällt, ist bemerkenswert: Diese Zugriffe sind selten zahlreich, konvertieren aber überdurchschnittlich gut. Das leuchtet ein, denn wer über eine KI-Antwort auf Deine Seite kommt, hat seine Frage bereits formuliert und eine Vorauswahl hinter sich.
Daraus ergibt sich eine klare Entscheidungsregel. Kommen bereits Zugriffe an und konvertieren sie gut, ist die Zielgruppe da, und ein Anzeigentest hat eine Grundlage. Kommt so gut wie nichts an, wirst Du in KI-Antworten derzeit nicht als Quelle genannt. Dann wäre Werbebudget die teure Antwort auf ein Sichtbarkeitsproblem.
Das dritte der drei Maklerbüros von weiter oben ist genau dieser Fall. Beste Zielgruppenpassung, klarer regionaler Radius, konkrete Anlässe und eine Website aus einem Baukasten, die rund 120 Produktseiten mit Standardtexten listet, aber keine einzige Seite zu einem der Anlässe, aus denen heraus seine Kunden suchen. Dort würde eine Anzeige auf eine Seite führen, die das Problem des Klickenden nicht beantwortet. Solange das so ist, wäre jedes Werbebudget verbrannt. Der Relaunch ist beschlossen; danach sieht die Rechnung anders aus.
Wenn Du testest: die Punkte, an denen es erfahrungsgemäß schiefgeht
- Kampagnenziel gleich richtig setzen. Das Ziel bestimmt die Gebotslogik, die verfügbaren Formate und offenbar auch, welche Felder in der Oberfläche überhaupt erscheinen. Wer nachträglich von Klicks auf Conversions umstellen will, muss die Kampagne neu anlegen.
- Bildmaterial einplanen. Ohne Bild lässt sich keine Anzeige anlegen. Quadratisch, mindestens 256 Pixel, und es muss neben einer sachlichen KI-Antwort seriös wirken. In vielen Maklerbüros ist das der Aufwandsposten, an den zuletzt gedacht wird.
- Mit der halben Länge planen. Der Zähler erlaubt 50 Zeichen im Titel und 100 in der Beschreibung. Ohne Abschneidewarnung bleiben 24 und 48. Schreib auf diese Werte hin, nicht auf das angezeigte Limit.
- UTM-Parameter und Vorlagenwerte nicht verwechseln. Deine UTM-Parameter gehören in die Ziel-URL der Anzeige. Das separate Feld „Abfrageparameter der Landingpage“ nimmt die Vorlagenwerte des Systems auf, etwa Kampagnen- und Anzeigen-IDs. Wer beides vermischt, hat am Ende keine saubere Quellenzuordnung.
- Auswertung im eigenen Analytics, nicht in der Oberfläche. Der Ads Manager bietet derzeit wenig Auswertungen. Ein durchdachtes UTM-Konzept fängt das auf.
- Das Konto auf den eigenen Namen anlegen. Es gibt keine Verwaltungskontenstruktur für Agenturen. Leg das Werbekonto selbst an und gib Deiner Agentur Zugriff, nicht umgekehrt. Wer das Konto besitzt, besitzt auch die Daten – und die Daten gehören DIR, nicht der Agentur!
- Datenschutz vorab klären. Wenn Du Conversion-Tracking einsetzt, muss der Dienst vor dem Start in Datenschutzerklärung und Cookie-Banner stehen.
- Den Assistenten meiden. Die KI-gestützte Kampagnenkonfiguration nimmt Dir Entscheidungen ab, die Du an diesem Punkt selbst treffen solltest. Manuell einrichten, vor allem beim Gebot.
Gilt das auch für andere Branchen? Nein, man beachte die Unterschiede
Meine Zurückhaltung in diesem Artikel gilt Versicherungsmaklern, nicht dem Kanal an sich. Zwei Nachbarbranchen, mit denen ich arbeite, haben dasselbe Produkt, dasselbe Mindestbudget und dieselbe EWR-Einschränkung und kommen dennoch zu einer anderen Bewertung.
| Versicherungsmakler | Handwerk | Hotellerie | |
|---|---|---|---|
| Kategorie | Finanzen, eingeschränkt | frei | frei |
| Standort-Targeting | nutzbar, aber die Kategorie entscheidet zuerst | PLZ-Radius passt zum Einzugsgebiet | regional bis überregional |
| Zielgruppe in Free oder Go | Privatkunden ja, Gewerbe fraglich | überwiegend ja | überwiegend ja |
| Titel in 50 Zeichen | schwierig: Komposita plus Werberecht | machbar | machbar |
| Bildpflicht | Bestandsmaterial oft dünn | Projektfotos meist vorhanden | starkes Bildmaterial vorhanden |
| Einschätzung | zurückhaltend | Test lohnt sich | Test lohnt sich |
Die Zeilen zu Kategorie und Targeting sind in den offiziellen Unterlagen von OpenAI belegt; die Einschätzungen zu Bildmaterial und Zielgruppe stammen aus meiner Arbeit mit Kunden dieser Branchen.
Der Kontrast ist der eigentliche Beleg. Ein Handwerksbetrieb mit einem 40-Kilometer-Radius, guten Projektfotos und einer Leistung, die sich in fünf Wörtern benennen lässt, hat hier einen realistischen Fall. Ein Maklerbüro mit PKV-Schwerpunkt hat ihn nicht, und zwar aus Gründen, die nichts mit der Qualität seiner Arbeit zu tun haben.
Was in sechs Monaten anders aussehen könnte
Vier Entwicklungen würden meine Einschätzung verschieben. OpenAI hat angekündigt, an aussagekräftigeren Berichten für Werbetreibende zu arbeiten. Entsteht dabei etwas, das dem Suchbegriffbericht nahekommt, ändert das die Steuerbarkeit grundlegend. Die Auslegungspraxis bei Finanzthemen wird sich mit den ersten hundert deutschen Fällen herausbilden, in die eine oder andere Richtung. Sollten personalisierte Anzeigen irgendwann auch im EWR verfügbar werden, kommt die heute gesperrte Zielgruppenebene hinzu. Und die Klickpreise werden steigen, sobald mehr Wettbewerber den Kanal entdecken. Der aktuelle Vorteil, günstig testen zu können, ist ein limitiertes Zeitfenster.
Ich aktualisiere diesen Artikel, wenn sich daran etwas Wesentliches ändert.
Mein Fazit für Maklerbüros
ChatGPT Ads ist ein ernstzunehmendes Werbeprodukt, sauber gebaut und schnell eingerichtet. Für Versicherungsmakler stehen derzeit drei Dinge dagegen: 1. die eingeschränkte Kategorie, 2. die fehlende Steuerbarkeit im EWR und 3. der Umstand, dass eine Anzeige unter der Antwort etwas anderes ist als eine Nennung in der Antwort.
Wer einen gewerblichen Schwerpunkt hat, eine Landingpage, die den Anlass seiner Kunden aufgreift, brauchbares Bildmaterial und bereits organischen Zugriff aus ChatGPT sieht, kann mit 15 Euro am Tag einen sauber getrackten Test fahren und dabei mehr lernen, als jeder Artikel vermitteln kann. Für alle anderen ist das Budget an anderer Stelle besser aufgehoben.
Die Frage, die dieser Artikel eigentlich aufwirft, ist ohnehin die andere: Wirst Du in KI-Antworten überhaupt genannt, wenn jemand nach einem Makler in Deiner Region fragt? Wenn Du das nicht sicher weißt, solltest Du es prüfen, bevor Du über Anzeigen nachdenkst.
Genau das schauen wir uns im SEO-GEO-Check an: was KI-Systeme heute über Dein Maklerbüro sagen, woher sie es haben und ob es stimmt.
Quellen und Einordnung: ChatGPT Ads sind in Deutschland seit dem 24. August 2026 live. Die Angaben zu Oberfläche, Budgets, Geboten, Zeichenlimits, Abschneidewarnung und Einschränkungen im EWR stammen aus einem eigenen Werbekonto im ChatGPT Ads Manager, Stand September 2026. Die Angaben zu Werberichtlinien, Anzeigenformat, Tracking und fehlendem Suchbegriffbericht folgen der Dokumentation von OpenAI sowie der Podcastfolge „ChatGPT Ads: Starke neue Werbeplattform?“ (Search Camp 466) mit Markus Hövener und Stefanie Entrup. Die Beispiele aus Maklerbüros sind anonymisiert und mit Zustimmung verwendet. Einschätzungen und Empfehlungen sind als solche gekennzeichnet und geben meine Sicht wieder. ChatGPT und OpenAI sind Marken der OpenAI, Inc.; K-twelve steht in keiner Verbindung zu OpenAI. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.


