GEO-Optimierung entscheidet, ob ChatGPT dein Unternehmen als Quelle nennt. ChatGPT bezieht 75 % seiner Antworten aus einem eigenen Suchindex namens Labrador. Wer dort fehlt, verliert Anfragen.
Was wurde beobachtet?
OpenAI betreibt seit mindestens 2023 einen eigenen Suchindex mit dem Namen Labrador. Für die Sichtbarkeit von Unternehmen im Netz ist das eine grundlegende Veränderung.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus aktuellen Analysen:
- Cache statt Live-Abruf: ChatGPT speichert Seiten vollständig in einem eigenen Lese-Cache, konvertiert von HTML nach Markdown. Was einmal abgerufen wurde, teilt das System mit anderen Nutzern.
- 75 % der ChatGPT-Antworten im kostenlosen Modus stammen aus Labrador. Nur 3 % kommen aus gescrapten Google-Ergebnissen.
- Labrador besteht aus mehreren Spezialindizes: allgemeiner Web-Index, PDF, YouTube, News, lokale Ergebnisse, Shopping, Finanzen, Medizin und Recht. Jeder Bereich wird getrennt behandelt.
- Die Überlappung mit Google liegt bei nur 33 %, mit Bing bei nur 8 %. Zwei Drittel der ChatGPT-Quellen weichen also von dem ab, was Google anzeigt.
- OpenAI crawlt massiv: Ein Test mit einer Milliarde Testseiten zeigte 35.000 Abrufe pro Stunde. ChatGPT baut aktiv eigene Datenbestände auf.
- Cache statt Live-Abruf: ChatGPT speichert Seiten vollständig in einem eigenen Lese-Cache, konvertiert von HTML nach Markdown. Was einmal abgerufen wurde, teilt das System mit anderen Nutzern
Warum das auch für KI-Suche (GEO) relevant ist
GEO steht für Generative Engine Optimization, also Sichtbarkeit in KI-Antworten wie ChatGPT, Perplexity, Google Gemini oder Copilot. Für dasselbe Thema kursieren mehrere Begriffe. GEO-Optimierung, KI-Suchmaschinenoptimierung und Answer Engine Optimization meinen denselben Vorgang: Inhalte so aufbereiten, dass ein KI-System sie als Quelle verwendet. Lange galt die Annahme, dass gute Google-Rankings auch in KI-Systemen automatisch wirken. Diese Annahme bestätigt sich heute nicht mehr.
ChatGPT nutzt einen eigenen Index, und dieser arbeitet nach anderen Regeln als Google:
- Titel werden ungekürzt angezeigt, ohne Schnitt nach 60 Zeichen
- Snippets bleiben fix: was beim Indexieren gespeichert wird, ändert sich später nicht nachträglich
- Die ersten 200 Zeichen nach der H1 entscheiden darüber, ob eine Seite als Quelle dient
- JavaScript-Inhalte werden ignoriert. Was im HTML fehlt, taucht im Index nie auf
Für lokale Dienstleister heißt das: Wer in ChatGPT nicht auftaucht, verliert mögliche Kunden, selbst bei sehr guten Google-Rankings. Über 90 % der ChatGPT-Nutzer arbeiten mit der kostenlosen Version. Und die zieht ihre Antworten vor allem aus Labrador.
Die 5 konkreten Schritte, die du jetzt umsetzen kannst
Step 1: Prüfe, ob ChatGPT deine Seiten kennt
Gib in ChatGPT (kostenlose Version) eine spezifische Frage zu deinem Angebot ein, zum Beispiel: „Welcher Versicherungsmakler in Forchheim bietet Betriebshaftpflicht an?“ Prüfe dann, ob deine Website in den Quellen auftaucht.
Falls nein: ChatGPT hat deine Inhalte entweder noch nicht indexiert oder die Seite erfüllt die technischen Anforderungen nicht.
Zeitaufwand: 5 Minuten
Step 2: Optimiere die ersten 200 Zeichen nach der H1
ChatGPT liest im Instant-Modus nur den Textausschnitt direkt unter der Hauptüberschrift. Alles, was davor steht, kostet wertvollen Platz: Breadcrumbs, Datumszeilen, Autorenboxen, Inhaltsverzeichnisse.
Was du tun solltest:
- Kernaussage der Seite direkt unter die H1 stellen
- Keine Leerzeilen oder Designelemente dazwischen
- Klare, konkrete Sprache ohne Einleitungsfloskeln
Beispiel: Schwach: „Herzlich willkommen auf unserer Seite. Hier erfahren Sie alles über…“ Besser: „Eine Betriebshaftpflicht schützt Ihr Unternehmen vor Schadenersatzforderungen bei Personen-, Sach- oder Vermögensschäden.“
Zeitaufwand: 15 Minuten pro Seite
Step 3: Erweitere deine Meta Title gezielt und keyword-nah
Google schneidet Meta Title nach 60 Zeichen ab, ChatGPT zeigt sie vollständig an. Dazu kommt: Der Meta Title bleibt Rankingfaktor bei Google. Wichtige Keywords gehören also in den Title, auch wenn sie in der Google-Vorschau verschwinden.
Was du tun solltest:
- Erweitere wichtige Titel auf 80 bis 100 Zeichen
- Füge relevante Longtail-Keywords hinzu
- Achte darauf, dass die ersten 60 Zeichen trotzdem funktionieren (für Google-Nutzer)
Beispiel: Alt: „Betriebshaftpflicht für Handwerker“ Neu: „Betriebshaftpflicht für Handwerker: Schutz bei Personen- und Sachschäden auf der Baustelle“
Zeitaufwand: 10 Minuten pro Seite
Step 4: Prüfe die technischen Grenzen deiner Seiten
ChatGPT lehnt Seiten über 4 MB komplett ab. JavaScript-Inhalte werden vom System nicht ausgeführt. Cache-Control und noindex ignoriert es. OpenAI arbeitet mit mehreren Crawlern. GPTBot sammelt Trainingsdaten. Für den Suchindex ist OAI-SearchBot zuständig, und ChatGPT-User ruft einzelne Seiten während eines laufenden Chats ab.
Was du tun solltest:
- robots.txt prüfen: OAI-SearchBot muss erlaubt sein, sonst fehlt die Seite im ChatGPT-Index
- Seitengröße prüfen (Chrome DevTools, Reiter „Network“)
- Wichtige Inhalte direkt im HTML bereitstellen statt per JavaScript nachladen
- Alt-Texte bei Bildern pflegen, sie bleiben im Markdown erhalten
Zeitaufwand: 20 Minuten für eine Stichprobe
Step 5: Nutze alternative Indizes: PDF, YouTube, lokale Profile
ChatGPT hat getrennte Indizes für PDF, YouTube, News, Shopping und lokale Ergebnisse. Wer über die Websuche nicht hineinkommt, wird oft über einen dieser Kanäle sichtbar.
Was du tun solltest:
- Erstelle ein technisches PDF (z. B. Ratgeber, Whitepaper) und lade es auf deine Domain
- Lade ein Video mit sauberem Transkript auf YouTube hoch
- Pflege dein Google Unternehmensprofil, Yelp und TripAdvisor (falls relevant) – hierbei hilf dir der Local Boost
- Prüfe, ob ein Wikipedia-Eintrag zu deinem Thema sinnvoll ist
Zeitaufwand: 1 bis 2 Stunden (einmalig, mit langer Wirkung)
Mini-Checkliste
- ChatGPT-Test durchgeführt: Wird meine Website als Quelle genannt?
- Erste 200 Zeichen nach der H1 überprüft und optimiert
- Titel auf 80 bis 100 Zeichen erweitert (keyword-nah)
- Seitengröße geprüft (unter 4 MB)
- robots.txt geprüft: OAI-SearchBot und GPTBot nicht gesperrt
- JavaScript-Abhängigkeiten identifiziert und reduziert
- Alt-Texte bei wichtigen Bildern gepflegt
- PDF-Ratgeber oder Whitepaper erstellt und hochgeladen
- YouTube-Video mit Transkript veröffentlicht
- Google Unternehmensprofil aktualisiert
- Yelp / TripAdvisor-Eintrag geprüft (falls relevant)
Fazit
ChatGPT nutzt einen eigenen Index mit eigenen Regeln. Wer heute in ChatGPTs System „Labrador“ fehlt, verliert mögliche Anfragen, auch wenn die Google-Rankings stabil sind.
Die meisten Optimierungen sind technisch einfach und in wenigen Stunden erledigt. Entscheidend ist die Struktur der Inhalte: ChatGPT muss sie lesen und einordnen können.
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