Warum viele Unternehmen auf einem Fundament bauen, das ihnen nicht gehört.
Das Wichtigste auf einen Blick
• Das unsichtbare Risiko
• Was ich immer wieder beobachte
• 1. Die Website ist faktisch gemietet
• 2. Kein echter Zugriff auf das Backend
• 3. Unklar, wo Daten und Code liegen
• 4. Nutzungsrechte sind nicht sauber geregelt
• 5. Sicherheit durch Laufzeit statt durch Klarheit
• Warum das kein Anfängerfehler ist
• Warum Deine Website Infrastruktur ist – und kein Kreativprojekt
• Was das konkret für SEO & Sichtbarkeit bedeutet
• 5 konkrete Schritte, die Du jetzt prüfen solltest
• Mini-Checkliste: Gehört Dir Deine Website wirklich?
• Fazit
Die Kurzversion in einem Satz
Wenn nicht klar geregelt ist, wem Website, Inhalte und Daten gehören, arbeitest Du digital auf fremdem Boden.
Das unsichtbare Risiko
Viele Unternehmen zahlen seit Jahren monatlich für ihre Website. Hosting, Wartung, Updates – alles wirkt ordentlich geregelt. Die Seite läuft, Anfragen kommen rein, das Thema ist abgehakt.
Bis jemand eine einfache Frage stellt: „Wem gehört die Website eigentlich?“
Genau an diesem Punkt wird es oft unangenehm still. Denn erstaunlich viele Unternehmen können diese Frage nicht klar beantworten. Nicht, weil sie nachlässig sind, sondern weil Website-Verträge häufig so konstruiert sind, dass Eigentum, Zugriff und Rechte verschwimmen.
Was ich immer wieder beobachte
Dieses Thema begegnet mir nicht nur bei Kunden, sondern auch im Austausch mit anderen SEOs und Entscheidern. Die Muster ähneln sich stark:
1. Die Website ist faktisch gemietet
Viele Websites laufen auf proprietären Systemen oder Agentur-Accounts. Monatliche Gebühren vermitteln Sicherheit. Tatsächlich handelt es sich oft um ein Mietmodell.
Problem:
Beim Anbieterwechsel ist kein sauberer Umzug möglich. Inhalte, Struktur oder sogar die komplette Website bleiben beim alten Anbieter zurück.
2. Kein echter Zugriff auf das Backend
„Wir können jederzeit anrufen, wenn wir etwas ändern wollen“ ist kein Zugriff.
Echter Zugriff heißt:
- eigene Zugangsdaten
- volle Administrationsrechte
- technische Kontrolle
Ohne das bist Du abhängig – selbst für Kleinigkeiten.
3. Unklar, wo Daten und Code liegen
Serverstandort, Hosting-Zugang, Backups, Quellcode:
Oft weiß niemand im Unternehmen genau, wo diese Dinge liegen oder wer sie kontrolliert.
Das Risiko:
Im Streitfall oder bei Vertragsende fehlt die Handlungsfähigkeit.
4. Nutzungsrechte sind nicht sauber geregelt
Logos, Texte, Bilder, Struktur… Vieles wurde „erstellt“, aber nicht eindeutig übertragen.
Wichtig:
Bezahlt zu haben heißt nicht automatisch, die Rechte daran zu besitzen.
5. Sicherheit durch Laufzeit statt durch Klarheit
Lange Vertragslaufzeiten (24–48 Monate) ersetzen häufig klare Regelungen. Solange der Vertrag läuft, funktioniert alles. Doch was danach kommt, ist oft offen und unbestimmt.

Warum das kein Anfängerfehler ist
Aus Unternehmenssicht wirkt vieles logisch:
- „Wir zahlen monatlich, also wird sich gekümmert.“
- „Die Agentur macht das schon.“
- „Technik ist nicht unser Kerngeschäft.“
Das ist nachvollziehbar.
Das Problem ist nicht fehlendes Wissen, sondern fehlende Transparenz.
Websites werden häufig als Design- oder Marketingprojekt betrachtet. Tatsächlich sind sie etwas anderes.
Warum Deine Website Infrastruktur ist – und kein Kreativprojekt
Eine Website ist heute:
- Vertriebsunterstützung
- Markenbasis
- Datenquelle
- Sichtbarkeitsfaktor (SEO & KI-Suche)
Kurz gesagt: digitale Infrastruktur.
Und Infrastruktur baut man nicht, ohne zu klären:
- Wer besitzt sie?
- Wer darf sie verändern?
- Wer kontrolliert sie langfristig?
Kein Unternehmen würde eine Produktionshalle nutzen, ohne zu wissen, wem sie gehört. Digital passiert genau das – jeden – einzelnen – Tag.
Was das konkret für SEO & Sichtbarkeit bedeutet
Gerade im SEO-Kontext wird das Thema kritisch:
- Technische Optimierungen sind ohne Zugriff nicht möglich
- Seitenstruktur, Ladezeiten, Indexierung lassen sich nicht sauber steuern
- Bei einem Anbieterwechsel können Rankings, Inhalte oder Historien potenziell verloren gehen
SEO ist kein Add-on.
Es hängt direkt an Eigentum, Zugriff und Technik.
5 konkrete Schritte, die Du jetzt prüfen solltest
Schritt 1: Kläre das Eigentum schriftlich
Steht im Vertrag eindeutig, dass Website, Inhalte und Struktur Dir gehören? Wenn nicht: nachschärfen, Vertrag anpassen.
Schritt 2: Bestehe auf eigene Zugänge
Hosting, CMS, Domain, Tracking – alles sollte auf Accounts laufen, die Deinem Unternehmen gehören.
Schritt 3: Prüfe die Exportfähigkeit
Kann die Website technisch vollständig exportiert und umgezogen werden? Wenn nein, bist Du gebunden.
Schritt 4: Trenne Leistung von Eigentum
Wartung, Support und Weiterentwicklung sind Leistungen. Eigentum ist etwas anderes – beides muss klar getrennt sein.
Schritt 5: Lass Verträge erklären, nicht nur unterschreiben
AGBs lesen reicht nicht. Lass dir erklären, was im Worst Case passiert.
Mini-Checkliste: Gehört Dir Deine Website wirklich?
☐ Eigene Domain auf eigenem Account
☐ Eigener Hosting-Zugang
☐ Volle Admin-Rechte im CMS
☐ Saubere Nutzungsrechte an Inhalten & Design
☐ Technisch exportierbare Website
☐ Klare Regelung für Vertragsende
Fazit
Solange alles läuft, fühlt sich eine gemietete Website nicht wie ein Problem an.
Das ändert sich abrupt, wenn Du etwas verändern willst.
Meine klare Empfehlung:
Bevor Du über Relaunch, SEO, Rebranding oder Sichtbarkeit sprichst, prüfe das Fundament.
Denn niemand sollte digital auf etwas aufbauen, das ihm am Ende nicht gehört.




